Boden schleifen mieten oder kaufen: Maschinen und Kosten im Vergleich

Was ist Boden schleifen und warum macht es Sinn?

Wenn dein Holzboden alt aussieht, kratzig ist oder der Lack abgeblättert ist, dann musst du nicht gleich neu verlegen. Boden schleifen ist die einfachste und kostengünstigste Methode, um Parkett oder Dielen wieder wie neu aussehen zu lassen. Dabei wird die oberste Schicht des Holzes mit einer speziellen Maschine abgeschliffen - bis alle Kratzer, Flecken und Unebenheiten verschwunden sind. Danach wird der Boden neu geölt oder lackiert. Das Ergebnis? Ein frischer, warmer Holzboden, der wie vor 20 Jahren aussieht - aber für einen Bruchteil der Kosten einer neuen Verlegung.

Laut Fachleuten aus dem Handwerk kann ein richtig geschliffener Boden bis zu 10 Jahre länger halten. Das ist besonders wichtig bei Altbauwohnungen, wo echtes Holz oft noch unter dem Teppich verborgen ist. Viele Hausbesitzer in Wien und Umgebung entscheiden sich deshalb fürs Schleifen, statt zu ersetzen.

Welche Maschinen gibt es und wofür sind sie geeignet?

Nicht jede Schleifmaschine ist für jeden Boden geeignet. Es gibt zwei Haupttypen: die Bandschleifmaschine und die Einscheibenschleifmaschine. Die Bandschleifmaschine ist das Werkzeug der Profis. Sie wiegt zwischen 80 und 94 Kilogramm, hat einen Motor mit 2,5 bis 3 Kilowatt Leistung und schleift eine Fläche von 1.500 cm² pro Durchgang. Das bedeutet: Du schaffst schnell große Räume. Ideal für Wohnzimmer, Flure oder ganze Obergeschosse.

Die Einscheibenschleifmaschine hingegen ist leichter - nur 30 bis 45 Kilogramm - und wird nur für Feinarbeiten verwendet. Du brauchst sie, um Ecken, Treppen oder Ränder zu bearbeiten, die die Bandschleifmaschine nicht erreicht. Sie ist auch gut für den letzten Feinschliff, wenn du den Boden glatt und poliert haben willst. Aber sie ist kein Ersatz für die große Maschine.

Einige Modelle wie die Festool RAS 115 sind speziell für Heimwerker entwickelt. Sie wiegen nur 28 kg, sind leichter zu handhaben und haben eine gute Staubabsaugung. Die Lägler Hummel ist dagegen eine echte Profimaschine: 94 kg schwer, 3 kW Leistung, und sie schleift 120 Quadratmeter pro Tag sauber und gleichmäßig. Für Privatleute ist sie überdimensioniert - aber wenn du mehrere Wohnungen oder ein Haus schleifst, lohnt sie sich.

Mieten oder kaufen? Die Kosten im Detail

Die große Frage: Sollst du die Maschine mieten oder kaufen? Die Antwort hängt von deinem Projekt ab. Wenn du nur ein Zimmer oder weniger als 20 Quadratmeter schleifen willst, dann miete sie. Ein Tag Miete kostet zwischen 55 und 120 Euro - je nach Maschine und Baumarkt. Bauhaus, Obi und Hornbach haben die meisten Mietgeräte. Aber Vorsicht: Viele Mietmaschinen haben nur eine Schleifbreite von 1.000 cm², nicht 1.500 cm² wie Profimodelle. Das bedeutet: Du brauchst 33 Prozent mehr Zeit. Und oft ist die Staubabsaugung schlecht. Ein Nutzer auf idealo.de schreibt: „Ich musste dreimal staubsaugen, bevor ich weiterarbeiten konnte.“

Wenn du mehr als 50 Quadratmeter schleifen willst, wird der Kauf rentabel. Ein gutes Einsteigermodell wie die Bosch PEX 400 AE kostet rund 200 Euro. Sie ist leicht, hat 600 Watt und reicht für kleine Projekte. Für größere Flächen brauchst du aber mindestens 2.000 Watt. Die Festool RAS 115 kostet 600 Euro und ist eine der beliebtesten Mittelklasse-Maschinen. Sie hat eine hervorragende Staubabsaugung, ist leicht und hat eine 3-jährige Garantie. Wer regelmäßig schleift - etwa bei mehreren Immobilien - sollte auf die Lägler Hummel setzen. Sie kostet 2.500 Euro, aber sie schafft doppelt so viel pro Tag wie eine Mietmaschine. Und sie hält 10 Jahre oder länger.

Die Rechnung ist einfach: Bei einem Projekt von 100 Quadratmetern kostet die Miete etwa 250 Euro (für 2 Tage). Der Kauf einer Bosch PEX 400 AE kostet 200 Euro - und du hast sie danach noch für das nächste Projekt. Bei 150 Quadratmetern und mehr ist der Kauf immer günstiger. Die Analyse von vergleich.org zeigt: Ab 150 Quadratmetern Gesamtfläche lohnt sich der Kauf.

Vergleichsgrafik im Comic-Stil: Ein Laie mit kleiner Maschine im Staub vs. ein Profi mit leistungsstarker Maschine, die sauber schleift.

Was du vor dem Schleifen tun musst

Bevor du die Maschine einschaltest, musst du den Boden vorbereiten. Sonst machst du Schäden - und das ist teuer zu reparieren. Zuerst: Alle Sockelleisten entfernen. Das kostet 2 bis 6 Euro pro Quadratmeter, wenn du es selbst machst. Dann: Nagellöcher mit Holzspachtel füllen. Dielenfugen mit einem Messer auskratzen, damit kein Staub darin hängen bleibt. Und: Prüfe, ob der Boden noch genug Holz hat. Bei stark abgenutzten Altbau-Dielen kann eine Schleiftiefe von bis zu 2 Millimetern nötig sein. Nur Profimaschinen mit mindestens 80 kg Gewicht können das sauber schaffen. Leichte Maschinen reichen da nicht aus.

Die Schleifpapierkörnung ist entscheidend. Beginne mit grob (Körnung 36), dann mittel (60-80), und schließe mit fein (100-120) ab. Jeder Gang entfernt die Kratzer des vorherigen. Wenn du das falsch machst, bleibt der Boden rau oder bekommt Wellen. Der Deutsche Schreinerbund empfiehlt: „Nie die Körnung überspringen.“

Und: Du brauchst Schutz. Eine Atemmaske, Schutzbrille und Ohrschützer. Die Maschine ist laut - bis zu 95 Dezibel. Und der Staub ist fein wie Puder. Ohne Absaugung landet er in deiner Lunge. Die neue EU-Norm EN 60745-2-20:2021 schreibt seit 2023 vor, dass Maschinen mindestens 90 Prozent des Staubs einsaugen müssen. Die Lägler Hummel Eco saugt 99,5 Prozent - das ist der neue Standard.

Wie lange dauert das Schleifen?

Ein erfahrener Heimwerker braucht für 50 Quadratmeter mit einer Profimaschine etwa 8 Stunden. Mit einer Mietmaschine sind es 12 Stunden. Warum? Weil die Mietgeräte langsamer arbeiten, weniger Staub absaugen und oft ungleichmäßig schleifen. Du musst öfter pausieren, den Staub saugen, die Maschine reinigen. Das kostet Zeit - und Nerven.

Ein Profi schafft 120 Quadratmeter pro Tag. Ein Laie mit einer Mietmaschine schafft 60. Das ist nicht nur langsamer - es ist auch riskanter. Wer nicht weiß, wie man die Maschine gleichmäßig hält, macht tiefe Spuren. Das ist irreversibel. Eine Studie der Hochschule Rosenheim zeigt: Nur Maschinen mit präziser Höheneinstellung (Toleranz ±0,1 mm) geben ein gleichmäßiges Ergebnis. Die meisten Mietgeräte haben das nicht.

Zwei Zustände eines Holzbodens: links verschlissen, rechts poliert, mit Maschinen und Kosten als schwebende Symbole dargestellt.

Wann lohnt sich ein Profi?

Manchmal ist es einfach besser, einen Fachmann zu beauftragen. Wenn du unsicher bist, wenn du keine Zeit hast, oder wenn der Boden besonders wertvoll ist (z. B. antikes Parkett), dann hol dir Hilfe. Die Kosten liegen bei durchschnittlich 22 Euro pro Quadratmeter für normale Zustände. Bei stark abgenutzten Altbau-Dielen zahlt man bis zu 52 Euro pro Quadratmeter. Das klingt viel, aber du sparst dir Stress, Zeit und das Risiko, einen teuren Boden zu ruinieren.

Ein Beispiel: Du hast 80 Quadratmeter und willst sparen. Du mietest eine Maschine für 120 Euro. Du brauchst zwei Tage - und am Ende siehst du, dass der Boden ungleichmäßig ist. Du musst neu schleifen. Das kostet nochmal 120 Euro Miete. Jetzt bist du bei 240 Euro - und hast immer noch einen kaputten Boden. Ein Profi hätte es in einem Tag gemacht - für 1.760 Euro. Klingt teuer? Ja. Aber du hast einen perfekten Boden, keine Stress- und Reparaturkosten, und du kannst gleich wieder einziehen.

Was kommt als Nächstes? Trends und Technik

Die Technik entwickelt sich schnell. Seit April 2024 gibt es die Festool Surfix S - eine Maschine mit Sensoren, die automatisch anpasst, wie stark sie schleift. Sie erkennt, ob der Boden hart oder weich ist, und verändert die Drehzahl. Das ist wie ein Fahrerassistenzsystem für Holzböden. Solche Geräte sind noch teuer - aber sie werden bald Standard.

Der Markt wächst. In Deutschland wurden 2023 Schleifmaschinen im Wert von 87 Millionen Euro verkauft. Der Trend geht zu leichteren, smarteren Geräten. Vor allem jüngere Handwerker wollen Maschinen, die sie allein tragen können. Deshalb sind Modelle wie die Festool RAS 115 so beliebt: leicht, leistungsstark, mit guter Absaugung.

Langfristig wird sich der Markt spalten: Profis investieren in teure, langlebige Maschinen. Heimwerker mieten oder greifen auf günstige Einsteigermodelle zurück. Wer sich entscheidet, zu kaufen, sollte nicht auf den billigsten Preis schauen - sondern auf die Qualität der Absaugung, die Gewichtsverteilung und die Garantie. Eine 3-jährige Garantie ist das Minimum.

Frequently Asked Questions

Kann ich jeden Holzboden schleifen?

Nicht jeder. Wenn der Holzboden bereits mehr als 2-3 mm abgeschliffen wurde, ist das Holz zu dünn. Dann kann er nicht mehr geschliffen werden, ohne dass die Dielen durchtrennt werden. Bei alten Parkettboden mit 8-10 mm Holzdicke ist Schleifen meist noch möglich. Prüfe die Dicke mit einem Messschieber oder frage einen Fachmann.

Was kostet es, einen Boden schleifen zu lassen?

Ein Profi verlangt durchschnittlich 22 Euro pro Quadratmeter für normale Zustände. Bei stark abgenutzten, alten Dielen oder wenn viel Spachtelarbeit nötig ist, steigt der Preis auf bis zu 52 Euro pro Quadratmeter. Dazu kommen noch Kosten für das Nachölen oder Lackieren - etwa 5 bis 10 Euro pro Quadratmeter.

Wie lange hält ein geschliffener Boden?

Ein gut geschliffener und richtig geölter Holzboden hält 10 bis 15 Jahre, wenn er regelmäßig gepflegt wird. Bei starkem Verkehr (z. B. mit Kindern oder Haustieren) kann er nach 7-8 Jahren erneut geschliffen werden - vorausgesetzt, das Holz ist dick genug.

Kann ich mit einer Mietmaschine einen professionellen Effekt erzielen?

Selten. Die meisten Mietmaschinen haben schlechte Absaugung, ungenaue Einstellungen und eine geringere Schleiffläche. Das führt zu ungleichmäßigen Ergebnissen, viel mehr Staub und längerer Arbeitszeit. Profis arbeiten mit Geräten wie der Lägler Hummel - sie haben eine Toleranz von ±0,1 mm. Mietgeräte haben oft eine Toleranz von ±0,5 mm. Das macht den Unterschied.

Wo kann ich eine gute Maschine kaufen?

Führende Marken sind Festool, Lägler, Bosch und Makita. Kaufe bei Fachhändlern oder direkt vom Hersteller, nicht bei Discountern. Achte auf Garantie (mindestens 2 Jahre), Staubabsaugung und Gewicht. Die Festool RAS 115 ist für Heimwerker die beste Wahl - leicht, leistungsstark und mit 3 Jahren Garantie.