CPL oder lackiert: Welche Tür-Oberfläche ist besser? Vergleich 2025

Du willst eine neue Innentür und fragst dich: CPL oder lackiert? Am Ende willst du Ruhe im Alltag und eine Oberfläche, die zu deinem Leben passt - nicht andersrum. Hier bekommst du eine klare, praxistaugliche Entscheidungshilfe ohne Marketing-Geschwurbel.

  • TL;DR: CPL ist robuster und pflegeleichter, Lack sieht edler aus und lässt sich ausbessern.
  • Familien, Vermietungen, Büro: eher CPL. Design, maßgenaue Farben, sanfte Haptik: eher Lack.
  • Preis grob AT 2025: CPL-Türblatt 180-350 €, lackiert 350-800 € (je nach Qualität und Glanzgrad).
  • Kratzer- und Stoßtest: Schlüssel und Fingernagel verraten viel - CPL steckt mehr weg, Lack lässt sich punktuell reparieren.
  • Unsicher? Flur/Kinderzimmer in CPL, Wohn-/Elternbereich in Lack - mischen ist völlig okay.

Entscheidung in 30 Sekunden: Kriterien, die wirklich zählen

Bevor du dich festlegst, entscheide entlang weniger, aber harter Kriterien. Sie bestimmen, wie zufrieden du in 3-5 Jahren noch bist.

  • Robustheit im Alltag: Kratz-, Abrieb-, Stoß- und Fleckenresistenz.
  • Optik und Haptik: Farbe, Glanzgrad, Kantenbild, „Handschmeichler“-Gefühl.
  • Pflege und Reparatur: Reinigung, Ausbesserbarkeit, Alterung.
  • Feuchte/UV: Badnähe, helle Südfenster, Putzwasser an Kanten.
  • Budget und Verfügbarkeit: Lieferzeiten, Serienoberflächen vs. Wunschfarbton.
  • Nachhaltigkeit/Emissionen: Lacktyp, Trägerplatte, Zertifikate.

Was steckt hinter CPL? CPL (Continuous Pressure Laminate) ist ein kontinuierlich gepresstes Dekor-Laminat aus mehreren Melaminharz-Schichten, das als Decklage auf Trägerplatten (meist Röhrenspan, Vollspan oder MDF) kommt. Es ist nah verwandt mit HPL, nur dünner und kontinuierlich gefertigt. Hersteller geben mechanische Werte oft nach EN 438 (HPL/CPL-Verbund) oder EN 14322 (melaminharzbeschichtete Platten) an.

Was heißt „lackiert“? Gemeint sind lackierte Oberflächen, meist auf MDF oder fein gespachteltem Trägermaterial, mit 2K-PUR-, Wasserlacken oder UV-Lacken. Qualität erkennst du an gleichmäßigem Lackbild, sauberem Kantenübergang, passender Schichtstärke und geprüften Beständigkeiten (z. B. DIN EN 12720 für Beständigkeit gegen kalte Flüssigkeiten, EN 15186 für Kratzprüfung). Der große Trumpf: freie Farbwahl nach RAL/NCS und ein ruhiges, edles Finish - matt bis hochglänzend.

Die kurze Heuristik:

  • Viel Kontakt, viele Personen, Schlüssel, Kinderspielzeug, Hund: nimm CPL.
  • Designanspruch, Farbmatching zu Wänden/Küche, softer Griff, fugenarme Kanten: nimm Lack.
  • Feuchte Umgebungen (nicht Nassbereich): CPL hält optisch länger frisch. Lack geht auch, wenn Kanten sauber versiegelt und Putzwasser vermieden wird.
  • Spätere Ausbesserungen geplant? Lack ist einfacher punktuell zu reparieren. CPL meist nur tauschen oder mit Reparaturwachs „kaschieren“.

Die wichtigsten Unterschiede im direkten Vergleich:

Kriterium CPL Lackiert
Kratz-/Abriebfestigkeit Sehr hoch; steckt Schlüssel, Taschen, häufiges Anfassen gut weg Mittel bis hoch, je nach Lack. Mikrokratzer bei Mattlack sichtbar, Hochglanz anfällig
Stoßfestigkeit Gut bis sehr gut; Ecken/Kanten robust Solide, aber Kanten können schneller Macken bekommen
UV-Beständigkeit Gut; Dekore bleiben lange farbstabil Gut bei hochwertigen Lacken; sehr dunkle/knallige Töne können schneller altern
Feuchteresistenz Gut; wichtig: Dichtungen/Kanten intakt halten Gut bei richtiger Versiegelung; stehendes Wasser meiden
Reinigung Einfach: weiches Tuch, milde Reiniger Einfach, aber Mikrofasern bei Mattlack vorsichtig nutzen
Reparatur Schwierig: meist nur kaschieren oder tauschen Gut: schleifen, spotten, beilackieren möglich
Optik/Haptik Sehr gleichmäßig, oft Holz- oder Unidekore, fühlbare Poren möglich Edle Tiefe, freie Farbe/Glanz, weiche Kanten fühlbar
Preis (AT 2025) Budget- bis Mittelklasse Mittel- bis Premiumniveau
Lieferzeit/Verfügbarkeit Meist schnell, Standarddekor Länger bei Sonderfarbe/Glanzgrad
Nachhaltigkeit/Emission Je nach Hersteller; achte auf E1/E05 Träger, Zertifikate Auf Lösemittel/VOC achten; Wasserlack/UV-Lack bevorzugen

Best for / Not for - kurz und ehrlich:

  • CPL: Best for Familien, Mietobjekte, Büros, Flure, Kinderzimmer. Not for High-End-Showcases mit exakter Farbgleichheit zum Interior.
  • Lack: Best for Designprojekte, Wohn-/Elternbereich, maßgenaue Farbtöne, weiche Haptik. Not for sehr harte Beanspruchung ohne Pflege.

Mini-Entscheidungsbaum:

  • Kommt die Tür täglich mit Taschen/Schlüsseln in Kontakt? - Ja: CPL. Nein: weiter.
  • Möchtest du exakt dieselbe Wandfarbe auf der Tür? - Ja: Lack. Nein: weiter.
  • Hast du Haustiere/Kinder mit Spielzeugfahrzeugen? - Ja: CPL. Nein: weiter.
  • Willst du Macken später „unsichtbar“ ausbessern? - Ja: Lack. Nein: CPL passt.
Praxischeck: Szenarien, Beispiele, Kosten in Österreich (2025)

Praxischeck: Szenarien, Beispiele, Kosten in Österreich (2025)

Beispiele aus dem Alltag helfen mehr als Laborwerte. Stell dir diese Situationen vor und hake mental ab, was näher an deinem Leben ist.

  • Mietwohnung mit Kindern: Buggys im Flur, Rucksäcke an der Klinke, Spielzeug gegen die Tür. CPL gewinnt. Der optische Unterschied zu Lack fällt hier kaum auf, der Stressfaktor sinkt.
  • Altbau-Sanierung mit hohem Designanspruch: Stuckleisten, ruhige Wandfarben, reduziertes Lichtkonzept. Lack in Feinmatt (z. B. 10-15 GU) spielt hier seine Stärke aus.
  • Homeoffice/Büro: Viele Türkontakte, Kaffeeflecken, häufiges Putzen. CPL macht’s leichter und hält länger frisch.
  • Ferienwohnung/Weitervermietung: Geringe Kontrolle über Pflege, hohe Frequenz. CPL ist die sichere Bank.
  • Badnahe Türen (nicht direkt Nassraum): Beide gehen. CPL bleibt bei Putzfeuchte optisch stabiler; Lack verlangt saubere Kanten und trockene Tücher.
  • Haustiere: Krallen hinterlassen bei Lack schneller Spuren. CPL steckt’s besser weg.

Preis- und Qualitätsbereiche (realistische Spannen in AT, Stand 2025; Türblatt ohne Zarge/Drücker):

  • CPL Standard-Türblatt: ca. 180-350 €. Mit Zarge und Beschlag oft 350-650 €.
  • Lackiert (guter 2K-PUR/UV-Lack, matt): ca. 350-650 € Türblatt. Mit Zarge/Beschlag 600-1.100 €.
  • Lack Hochglanz/Sonderfarbe/Nesting-Kante: 600-900+ € Türblatt je nach Marke und Aufwand.

Hinweise zu Qualität und Prüfungen:

  • CPL/HPL: Achte auf Herstellerangaben zu Abrieb/Kratzfestigkeit (Referenzen zu EN 438/EN 14322). Griff zur Markenoberfläche lohnt sich - günstige Folienware ist nicht dasselbe.
  • Lack: Frage aktiv nach Lacktyp (2K PUR, Wasserlack, UV-Lack), Schichtaufbau und Beständigkeiten (z. B. EN 12720). Probetür anfassen - Mattlack darf nicht „gummig“ wirken.

Der einfache Alltagstest im Schauraum:

  1. Fingernagel quer über eine unauffällige Stelle (mit Erlaubnis!): GLS-Mattlack zeigt schnell Mikrospuren, hochwertiges CPL meist nicht.
  2. Weiches Tuch mit Wassertropfen: Sollte keine Spuren hinterlassen. Kanten genau ansehen.
  3. Seitliches Licht: Bei Lack sieht man Orangenhaut oder Einschlüsse eher. Gute Werke zeigen eine ruhige Fläche.

Pflege-Tipps, die Türen alt aussehen lassen - im guten Sinn:

  • CPL: Staub mit weichem Tuch, milde Allzweckreiniger. Keine Scheuermilch, keine aggressiven Lösemittel. Kanten trocken halten.
  • Lack: Ähnlich, aber Mikrofasertücher nur sanft und in Maserrichtung. Bei Mattlack auf Polituren verzichten. Kleinere Kratzer mit Politurstift/Feinschleifer (Körnung 2000+) und Spotlack vom Profi behandeln lassen.

Worauf du bei der Montage achtest (großer Hebel, kleine Kosten):

  • Türblattkanten und Zargenanschluss: keine offenen Fugen. Silikon nur dort, wo nötig - sonst Schmutzfänger.
  • Beschläge sauber eingestellt: Tür darf nicht schleifen. Schleifen zerstört Lack/CPL an der Unterkante.
  • Feuchte Baustelle? Türen erst nach Estrich-Trocknung montieren. Zu viel Baufeuchte killt jede Oberfläche - die Träger quellen.
Alternativen, Checklisten, Mini‑FAQ

Alternativen, Checklisten, Mini‑FAQ

Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß. Manchmal ist die beste Lösung ein dritter Weg - oder ein Mix in der Wohnung.

Gute Alternativen (und wann sie Sinn machen):

  • HPL statt CPL: Noch robuster, etwas teurer. Für stark frequentierte Objekte top.
  • Furnier geölt/lackiert: Echtholz-Charakter, warm und wertig. Empfindlicher, aber reparierbar. Perfekt für Wohnbereiche mit „Möbel“-Anmutung.
  • Melaminfolie (direktbeschichtet): Günstig, aber weniger robust als CPL/HPL. Für Budgetprojekte mit geringer Belastung.
  • Acryl/Polylack Hochglanz: Spiegelbild-Optik, sehr designstark, aber pflegeintensiv.
  • Nanolaminat (z. B. FENIX-ähnlich): Supermatt, Anti-Fingerprint, thermisch regenerierbar. Kostet mehr, fühlt sich fantastisch an.

Checkliste vor Bestellung:

  • Farbton fix? RAL/NCS angeben, Glanzgrad in GU (z. B. 10 matt, 30 seidenmatt, 70 glänzend).
  • Kante: Radius, stoßfest? Bei Lack weich gerundet, bei CPL saubere ABS-Kante gewünscht.
  • Beanspruchung realistisch eingeschätzt? Anzahl Personen, Haustiere, Nutzung pro Tag.
  • Feuchte- und Lichtverhältnisse im Raum bekannt? Südfenster, Badnähe, Reinigungshäufigkeit.
  • Montagetermin erst nach Baufeuchte-Freigabe? Estrich/Trockenbau müssen trocken sein.
  • Garantie/Prüfwerte dokumentiert? Fragen nach Normverweisen (EN 438/14322; EN 12720).

Checkliste bei Abnahme:

  • Flächen: keine Einschlüsse, kein sichtbares „Orangenhaut“-Bild bei Lack, keine Kantenrisse bei CPL.
  • Kanten: durchgehend geschlossen, keine offenen Stoßstellen.
  • Spaltmaße: gleichmäßig, Tür schlägt sauber an, kein Schleifen.
  • Beschläge: fest, leichtgängig, Kindersicherung/Softclose (falls vereinbart) funktioniert.

Mini‑FAQ

  • Was ist CPL genau? - Ein mehrfach mit Melaminharz getränktes Dekorpapier, kontinuierlich verpresst und auf eine Trägerplatte kaschiert. Hohe Kratz- und Abriebfestigkeit, sehr gleichmäßige Optik.
  • Ist Lack gesundheitsschädlich? - Seriöse Hersteller verwenden heute emissionsarme Systeme. Frage nach Wasser- oder UV-Lack und Emissionsklasse der Trägerplatte (E1/E05). Bei Neugeruch gut lüften.
  • Lässt sich CPL reparieren? - Tiefe Schäden kaum. Kleine Macken kann man mit Reparaturwachs optisch mindern. Ansonsten Austausch.
  • Kann man eine CPL-Tür später lackieren? - Theoretisch ja, praktisch nur mit gründlicher Haftvorbereitung (Anschleifen, Haftprimer). Wirtschaftlich selten sinnvoll.
  • Welche Kratzfestigkeit haben Lacke? - Hängt vom System ab. 2K-PUR- und UV-Lacke sind sehr widerstandsfähig, aber nicht unverwundbar. Mattlack zeigt Mikrokratzer früher als Seidenmatt.
  • Vergilbt Lack? - Hochwertige, lichtechte Systeme vergilben kaum. Reinweiße Hochglanzflächen sind am kritischsten unter UV.
  • Welche Türen für Mietwohnungen? - CPL oder HPL. Robust, pflegeleicht, gut kalkulierbar.
  • Wie erkenne ich gute CPL-Dekore? - Natürliche Porenstruktur, synchrongeprägte Oberflächen, keine „Plastikglanz“-Anmutung, plausible Normangaben.
  • Wie pflege ich Mattlack, ohne Glanzstellen zu erzeugen? - Weiches Tuch, milde Reiniger, keine starken Mikrofasern, nicht reiben - tupfen.

Typische Stolpersteine - und wie du sie vermeidest:

  • Falscher Glanzgrad: Mattlack sieht im Showroom wow aus, zeigt zuhause aber mehr Touch-Spuren. Probetafel im Raumlicht testen.
  • Billige Folien statt CPL: Klingen ähnlich, halten anders. Nach „CPL/HPL“ und Normen fragen.
  • Offene Kanten im Bad: Egal ob CPL oder Lack - Wasser am Rand ist der Feind. Kanten dicht halten, Spritzwasser abwischen.
  • Zu harte Reiniger: Scheuermilch und aggressive Lösemittel ruinieren jede Beschichtung.

Konkrete „Best for/Not for“-Szenarien (mit Trade-offs):

  • Familie mit zwei Kindern, Hund, Flur als Rennstrecke: CPL. Trade-off: geringere Farb- und Glanzfreiheit.
  • Designwohnung mit maßgeschneiderter Küche und Wandfarbkonzept: Lack in seidenmatt oder ultramatt. Trade-off: etwas mehr Pflege, höhere Kosten.
  • Büro/Ordination mit täglichem Publikumsverkehr: CPL/HPL. Trade-off: kühler in der Haptik als guter Lack oder Furnier.
  • Altbau mit historischen Zargen, Wunsch nach weichen Kanten: Lack. Trade-off: vorsichtiger Umgang nötig, um Macken zu vermeiden.

Nächste Schritte - je nachdem, wo du gerade stehst:

  • Noch unsicher? Bestell zwei kleine Probetüren/Fronten: eine CPL in Wunschdekor, eine Lack in gewünschtem Glanzgrad. Stell sie zwei Wochen in den Raum, beobachte Fingerabdrücke, Licht, Reinigung.
  • Festgelegt, aber knappes Budget? Nimm CPL in allen stark frequentierten Zonen und gönn dir Lack nur bei den Blickfängen (Wohnzimmer, Elternschlafzimmer).
  • Schon bestellt und Zweifel? Prüfe Montage- und Pflegeparameter - oft entscheidet die Anwendung über die Lebensdauer, nicht die Oberfläche allein.

Troubleshooting - wenn’s schiefgeht:

  • Mikrokratzer in Mattlack: Mit feinem Schleifvlies (P2000+) und passender Politur vorsichtig spotten, dann mattes Klarlackspray punktuell nebeln - oder Profi holen.
  • Kratzer in CPL: Mit Hartwachs-Füller in Farbton anwärmen, füllen, glätten. Erwartung managen: kaschieren statt unsichtbar.
  • Gequollene Kante: Ursache Feuchte abstellen, Kante austauschen lassen. Lack: spotten möglich; CPL: meist Teiletausch.
  • Flecken/Glanzstellen: Reiniger wechseln, weiches Tuch nutzen, bei Mattlack keine Polituren. Teste immer an verdeckter Stelle.

Wenn du nur einen Satz mitnimmst: Technik schlägt Marketing. CPL für Stresszonen, Lack für Wow-Momente - und die beste Tür ist die, die zu deinem Alltag passt.

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