Stellen Sie sich vor, Ihr Dach hat einen leichten Riss, der sich im Winter zu einer undichten Stelle entwickelt. Der Schaden bleibt unsichtbar - bis der Putz an der Decke abblättert und die Versicherung den Schaden nicht voll bezahlt, weil Sie keinen Nachweis haben. Traditionell mussten Dachdecker mit Gerüsten, Leitern und Sicherheitsgurten aufs Dach klettern, um solche Probleme zu finden. Das ist zeitaufwendig, teuer und gefährlich. Heute gibt es eine einfachere, sicherere und günstigere Lösung: Dachinspektion per Drohne.
Wie funktioniert eine Drohnen-Dachinspektion?
Ein professioneller Drohnenpilot fliegt mit einer hochauflösenden Kamera über Ihr Dach. Die Drohne nimmt Fotos mit bis zu 48 Megapixeln und 4K-Videos auf. Diese Aufnahmen zeigen jede Dachziegel, jede Dachrinne, jeden Riss und jede lose Dachlatte aus der Luft - ohne dass jemand das Dach betreten muss. Die Bilder werden danach auf einem Computer analysiert. Dabei wird nicht nur sichtbarer Schaden erkannt, sondern auch Feuchtigkeit, Algenwuchs oder verstopfte Abflüsse dokumentiert. Die gesamte Inspektion dauert zwischen 5 und 20 Minuten, je nach Größe Ihres Daches.Was kostet eine Drohnen-Dachinspektion?
Die Preise variieren je nach Dachgröße und Komplexität. Für ein typisches Einfamilienhaus mit einer Fläche von bis zu 150 Quadratmetern liegen die Kosten zwischen 199 und 249 Euro. Ein Mehrfamilienhaus mit bis zu 300 Quadratmetern kostet etwa 299 bis 399 Euro. Größere Gewerbegebäude oder Industriebauten ab 500 Quadratmetern beginnen bei 499 Euro und können bis zu 899 Euro oder mehr kosten. Das ist deutlich günstiger als eine klassische Inspektion mit Gerüst und Dachdecker, die oft 400 bis 700 Euro kostet - und das, ohne dass jemand aufs Dach steigen muss.Zusatzleistungen wie Thermografie, die Wärmebilder zur Erkennung von Feuchtigkeitsschäden erstellt, kosten extra: zwischen 150 und 300 Euro. Diese Option lohnt sich besonders bei älteren Häusern oder wenn Sie Verdacht auf Undichtigkeiten haben, die nicht sichtbar sind.
Welche Vorteile hat eine Drohneninspektion?
- Sicherheit: Kein Mensch muss aufs Dach klettern. Das reduziert das Risiko von Stürzen und Unfällen - besonders wichtig bei steilen oder hohen Dächern.
- Kosteneinsparung: Sie sparen mehr als 50 Prozent im Vergleich zu traditionellen Methoden. Kein Gerüst, kein Aufbau, keine langen Arbeitsstunden.
- Schnelligkeit: Die Inspektion ist in Minuten erledigt. Ein Gerüst aufzubauen, dauert oft mehrere Tage.
- Präzise Dokumentation: Sie erhalten hochauflösende Fotos und Videos, die Sie für Reparaturen, Versicherungen oder den Verkauf Ihres Hauses nutzen können.
- Früherkennung: Kleine Schäden, die sonst übersehen werden, werden sichtbar - bevor sie zu teuren Reparaturen werden.
Insbesondere bei komplexen Dachformen - wie Satteldächern mit Gauben, Schrägdächern in dicht bebauten Innenstädten oder historischen Gebäuden - ist die Drohne unschlagbar. Sie erreicht Stellen, die mit der Leiter nicht zugänglich sind, ohne das Dach zu beschädigen.
Wann lohnt sich eine Drohneninspektion nicht?
Nicht jedes Dach profitiert gleich stark. Bei einfachen, niedrigen Flachdächern, die leicht mit der Leiter zu erreichen sind, kann eine klassische Inspektion günstiger sein. Auch wenn Ihr Dach erst vor zwei Jahren neu gedeckt wurde und keine Anzeichen von Schäden vorhanden sind, ist eine jährliche Drohnenkontrolle übertrieben. Hier reicht eine visuelle Prüfung vom Boden aus.Ein weiterer Punkt: Drohnen können keine tiefen Materialfehler wie innere Holzfaulheit oder beschädigte Dachsparren erkennen. Sie zeigen, was an der Oberfläche sichtbar ist. Für eine vollständige Bewertung der Dachkonstruktion braucht es trotzdem einen erfahrenen Dachdecker - aber die Drohne sagt Ihnen, wo genau er hinschauen muss.
Was muss ich als Hausbesitzer beachten?
Erstens: Wählen Sie einen zertifizierten Anbieter. In Deutschland müssen Drohnen über 250 Gramm bei der Luftfahrtbehörde (LBA) registriert sein. Der Pilot braucht eine gültige Kenntnisnachweis-Bescheinigung und eine Haftpflichtversicherung. Fragt nach diesen Unterlagen - sonst riskieren Sie, dass der Flug illegal ist.Zweitens: Wetter ist entscheidend. Bei Regen, starkem Wind oder Nebel wird die Inspektion abgesagt. Die Kameras brauchen klare Sicht. Ein guter Anbieter plant den Termin flexibel und teilt Ihnen rechtzeitig mit, ob der Tag passt.
Drittens: Fragen Sie nach der Auswertung. Einige Anbieter liefern nur die Rohdaten. Besser ist es, wenn Sie eine schriftliche Auswertung mit markierten Schadstellen und Empfehlungen erhalten. Manche bieten sogar einen digitalen Bericht mit PDF und Video-Clip an - ideal für Versicherungen oder Handwerker.
Wie unterscheidet sich das von einer Versicherungsinspektion?
Viele Versicherungen verlangen regelmäßige Dachprüfungen, um den Versicherungsschutz zu erhalten. Eine Drohneninspektion ist dafür perfekt geeignet. Die Fotos und Videos dienen als nachweisbare Dokumentation. Im Schadensfall - etwa nach einem Sturm - können Sie den Bericht direkt an die Versicherung senden. Airteam.ai berichtet, dass Versicherungen mit Drohnen 1,5-mal mehr Schäden pro Tag erkennen als mit herkömmlichen Methoden. Das bedeutet: Sie bekommen schneller eine Antwort, und die Schadensregulierung läuft reibungsloser.
Was ist mit rechtlichen Einschränkungen?
In Deutschland gelten strenge Regeln für Drohnenflüge. Sie dürfen nicht über Flughäfen, Militärgebieten, Naturschutzgebieten oder dicht besiedelten Zentren fliegen. Der Pilot muss die aktuelle Flugverbotskarte der LBA prüfen, bevor er losfliegt. Auch die Flughöhe ist begrenzt - maximal 120 Meter über Grund. Das ist aber für Dächer völlig ausreichend. Die meisten Anbieter kennen diese Regeln und planen ihre Flüge entsprechend. Sie als Hausbesitzer müssen sich keine Sorgen machen - solange Sie einen professionellen Dienstleister beauftragen.Was kommt als Nächstes?
Die Technik entwickelt sich weiter. Bald werden Drohnen nicht nur Bilder machen, sondern auch automatisch Schäden erkennen - mit künstlicher Intelligenz. Software analysiert die Fotos und markiert Risse, fehlende Ziegel oder Feuchtigkeit selbstständig. Das macht die Auswertung noch schneller und genauer. Einige Anbieter in Deutschland testen bereits solche Systeme. Langfristig wird die Drohneninspektion die Standardmethode für Dachprüfungen werden - so wie es heute bei der Autoreparatur mit Diagnosegeräten ist.Fazit: Ist es für Sie die richtige Wahl?
Wenn Ihr Dach größer als 100 Quadratmeter ist, steil, schwer zugänglich oder älter als 15 Jahre, dann ist eine Drohneninspektion die klügste Investition. Sie spart Geld, Zeit und Nerven. Und sie schützt Ihre Immobilie vor teuren Folgeschäden. Für kleine, flache und leicht erreichbare Dächer lohnt sich das weniger - da reicht ein Blick vom Boden aus.Die Technik ist reif. Die Preise sind fair. Die Vorteile sind messbar. Und die Sicherheit ist unbestritten. Wenn Sie in den nächsten Jahren nicht vorhaben, Ihr Dach zu sanieren, dann nutzen Sie die Drohne als Vorsorge. Einmal pro Jahr. So vermeiden Sie Überraschungen - und sichern Ihren Wert.
Wie viel kostet eine Drohnen-Dachinspektion für ein Einfamilienhaus?
Für ein Einfamilienhaus mit einer Dachfläche bis zu 150 Quadratmetern liegen die Kosten zwischen 199 und 249 Euro. Der Preis hängt von der Komplexität des Daches, der Lage und dem Anbieter ab. Thermografie als Zusatzleistung kostet extra - etwa 150 bis 300 Euro.
Ist eine Drohneninspektion genauer als eine manuelle Prüfung?
Die Drohne ist genauer bei der Erkennung von Oberflächenschäden wie fehlenden Ziegeln, Rissen oder Algenwuchs - besonders an schwer zugänglichen Stellen. Sie kann jedoch keine tiefen Materialfehler wie innere Holzfaulheit oder beschädigte Sparren erkennen. Deshalb ist sie eine ergänzende Methode, nicht eine vollständige Ersatzlösung für einen erfahrenen Dachdecker.
Kann ich die Drohnenbilder für meine Versicherung nutzen?
Ja, das ist einer der größten Vorteile. Die hochauflösenden Fotos und Videos dienen als nachweisbare Dokumentation. Viele Versicherungen akzeptieren sie als Beweis für den Zustand Ihres Daches - besonders bei Schadensmeldungen nach Stürmen oder Hagel. Einige Anbieter liefern sogar einen offiziellen Prüfbericht, der direkt an die Versicherung gesendet werden kann.
Muss ich als Hausbesitzer etwas vorbereiten?
Nein, Sie müssen nichts tun. Der Drohnenpilot kommt mit der Ausrüstung und plant den Flug selbst. Sie sollten nur sicherstellen, dass keine großen Gegenstände wie Gartenmöbel oder Wäscheleinen direkt unter dem Dach stehen, die den Flug behindern könnten. Ein kurzes Gespräch vorher reicht aus, um eventuelle Hindernisse zu klären.
Wann ist das Wetter für eine Drohneninspektion geeignet?
Ideal ist trockenes, windstilles Wetter mit guter Sicht. Bei Regen, Nebel oder Windstärke über 3 Beaufort wird der Flug abgesagt, da die Kameras sonst unscharfe Bilder liefern und die Drohne instabil fliegt. Ein seriöser Anbieter kontaktiert Sie vorher, um einen neuen Termin zu vereinbaren - ohne zusätzliche Kosten.
Wie oft sollte ich mein Dach mit einer Drohne prüfen lassen?
Einmal pro Jahr ist empfehlenswert, besonders bei Dächern über 15 Jahren oder in Regionen mit starkem Wettereinfluss (z. B. Hagel, Stürme). Bei neu verlegten Dächern reicht eine Prüfung alle zwei Jahre. Wenn Sie Schäden vermuten - etwa nach einem Sturm - sollten Sie sofort eine Inspektion buchen.
Andreas adH Schmidt
Januar 7, 2026 AT 10:24