Ein Dach, das nicht gepflegt wird, wird nicht nur hässlich - es wird auch gefährlich. Moos, Algen und Flechten sehen zwar vielleicht wie harmloser Grünschleier aus, aber sie saugen Wasser wie ein Schwamm und zerstören langsam Dachziegel, Schiefer oder Metallplatten von unten. In Deutschland, besonders in feuchten Regionen wie Freiburg, ist das Problem so alltäglich, dass fast jedes zweite Haus nach fünf Jahren einen sichtbaren Bewuchs hat. Doch statt zu warten, bis es undicht wird, lohnt sich regelmäßige Pflege. Sie spart nicht nur Tausende Euro an Reparaturkosten, sondern verlängert die Lebensdauer Ihres Daches um 15 bis 20 Jahre - das belegen Langzeitstudien des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks.
Warum Ihr Dach mehr Pflege braucht, als Sie denken
Viele Hausbesitzer glauben, ein Dach müsse nur dann gereinigt werden, wenn es stark vermoost ist. Doch das ist ein gefährlicher Irrtum. Schon nach zwei Jahren beginnt Moos, die Poren von Tonziegeln oder Betondachsteinen zu verstopfen. Das Wasser kann nicht mehr ablaufen, sondern bleibt im Material zurück. Bei Frost setzt es sich fest, dehnt sich aus und reißt kleine Risse in die Oberfläche. Diese Risse werden mit jedem Winter größer. In zehn Jahren ist das Dach nicht mehr dicht - und dann kommt die teure Sanierung.
Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitssicherheit warnt: Dachreinigungen ab einer Steigung von 25° sind für Laien gefährlich. Jeder fünfte Unfall im privaten Bereich passiert bei unsachgemäßer Leiternutzung. Und das ist nicht der einzige Risikofaktor. Wer mit einem Hochdruckreiniger über das Dach fährt, ohne die Materialart zu kennen, riskiert massive Schäden. Eine Studie der Technischen Universität München zeigt: Bei Schieferdächern verursacht Hochdruckreinigung in 65 % der Fälle Mikrorisse - und das ist oft irreparabel.
Die vier Hauptmethoden der Dachreinigung - und was sie wirklich können
Nicht jede Reinigungsmethode ist für jedes Dach geeignet. Die Wahl der Technik hängt entscheidend vom Material ab. Hier sind die vier gängigsten Verfahren - mit echten Zahlen, nicht mit Werbeversprechen.
- Hochdruckreinigung: Mit Drücken von bis zu 160 bar und Durchflussmengen von 600 Litern pro Stunde ist sie die schnellste Methode. Aber nur bei robusten Materialien wie Tonziegeln oder Betondachsteinen. Bei Schiefer darf der Druck niemals über 80 bar liegen - sonst brechen die Platten. Die Reinigungswirkung liegt bei 95-98 %, aber 35 % der Schäden an Dächern in Deutschland entstehen genau durch unsachgemäße Hochdruckreinigung.
- Chemische Reinigung: Biologisch abbaubare Mittel mit einem pH-Wert von 8,5-9,5 töten Moos und Algen ab, ohne das Dachmaterial anzugreifen. Die Wirkung setzt nach 24-72 Stunden ein. Sie ist effektiv bei hartnäckigem Bewuchs, aber nur, wenn das Mittel richtig aufgetragen wird. Wer es einfach aufs Dach spritzt, läuft Gefahr, dass es mit dem Regen ins Grundwasser gelangt - und das ist in Deutschland seit 2023 gesetzlich verboten, wenn es nicht den EU-Biocide-Verordnungen entspricht.
- Manuelle Reinigung: Mit weichen Bürsten, Handschuhen und einem Eimer. Langsam, aber sicher. Diese Methode entfernt nur 70-80 % des Bewuchses, aber sie schont jedes Material, sogar historische Naturschieferdächer. Für Denkmalschutzgebäude ist sie Pflicht. Experten wie Dipl.-Ing. Thomas Weber vom Institut für Dachtechnologie sagen: "Selbst minimale Druckunterschiede bei Hochdruckreinigern können Schieferplatten irreparabel beschädigen."
- Mikrobielle Reinigung: Die neue, umweltfreundliche Lösung. Mit speziellen Mikroorganismen, die den Bewuchs innerhalb von 24-48 Stunden abbauen. Sie arbeitet bei Temperaturen zwischen 15 und 25 °C, ist nahezu 98 % biologisch abbaubar und hinterlässt keine Rückstände. Die Effektivität liegt bei 80-85 %, aber die Materialschonung ist perfekt. Seit Januar 2025 ist sie mit enzymatischen Mitteln wie "Bio Clean Enzyme" vom Hersteller OSA-Shop verfügbar - und sie gewinnt schnell an Beliebtheit.
Was kostet eine professionelle Dachreinigung?
Einige Hausbesitzer denken: "Ich mache das selbst, das ist doch billiger." Aber das ist oft ein falsches Sparpotential. Eine professionelle Reinigung kostet zwischen 8 und 15 € pro Quadratmeter - je nach Methode und Schwere des Bewuchses. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 120 m² Dachfläche liegt der Preis also zwischen 960 € und 1.800 €.
Was passiert, wenn Sie es selbst versuchen? Eine Umfrage von OBI (2024) ergab: 72 % der Selbstreiniger wählen die falsche Methode - meistens Hochdruckreinigung bei Schiefer. Das führt zu durchschnittlich 450 € Reparaturkosten. Und das ist nur der Anfang. Wenn das Dach danach undicht wird, kommen noch 5.000-10.000 € für neue Dachdeckung hinzu.
Professionelle Dachdecker arbeiten mit einem klaren Prozess: Sie prüfen das Material, wählen die Methode, schützen Pflanzen und Fassaden, und dokumentieren die Arbeit. Nur 35 % der Anbieter machen das, aber die guten tun es. Und das zahlt sich aus: 89 % der Kunden, die einen Fachbetrieb beauftragt haben, sind mit dem Ergebnis zufrieden. Bei Selbstreinigern sind es nur 32 %.
Wann ist die beste Zeit für die Dachreinigung?
Frühjahr ist die ideale Zeit - aber nicht, weil es dann trocken ist. Sondern weil das Dach nach dem Winter am meisten Schaden genommen hat. Feuchtigkeit, Frost, Wind und Blätter haben sich angesammelt. Eine Reinigung im März oder April sorgt dafür, dass das Dach den Sommer über dicht bleibt - und die nächste Regenzeit übersteht.
Im Herbst zu reinigen, macht wenig Sinn. Die Feuchtigkeit bleibt, die Pflanzen wachsen weiter, und der Frost kommt. Im Winter? Keine gute Idee. Die meisten Reinigungsmittel funktionieren nicht unter 5 °C. Und Arbeiten auf dem Dach bei Eis und Schnee sind lebensgefährlich.
Prof. Dr. Klaus Fischer von der Hochschule München hat nachgewiesen: Eine regelmäßige Frühjahrsreinigung mit weicher Bürste und alkalischen Mitteln verlängert die Lebensdauer des Daches um durchschnittlich 22 %. Das ist mehr als jede andere Investition in Ihr Haus.
Was Sie bei der Auswahl eines Anbieters beachten müssen
Nicht jeder, der "Dachreinigung" sagt, ist auch ein Fachmann. Der Markt ist voll von billigen Angeboten und falschen Versprechen. Hier sind drei Punkte, die Sie prüfen müssen:
- Materialkenntnis: Fragt der Anbieter, aus welchem Material Ihr Dach besteht? Wenn er das nicht weiß, ist er kein Profi.
- Zertifizierung: Die Dachdeckerinnung wird 2026 ein Qualitätssiegel für umweltfreundliche Dachreinigung einführen. Wer das schon jetzt anbietet, arbeitet nach hohen Standards.
- Dokumentation: Gibt es einen Arbeitsbericht? Einige Anbieter fotografieren das Dach vorher und nachher, erklären die Methode und nennen die verwendeten Mittel. Das ist ein Zeichen von Transparenz.
78 % des Marktes in Deutschland wird von mittelständischen Handwerksbetrieben dominiert. Die großen Ketten wie "DachClean" haben nur 15 %. Wenn Sie einen lokalen Dachdecker beauftragen, bekommen Sie nicht nur bessere Arbeit - Sie unterstützen auch die regionale Wirtschaft.
Was passiert, wenn Sie gar nichts tun?
Ein ungepflegtes Dach verliert nach 10-15 Jahren seine Funktion. Wasser dringt ein, Holzfaulnis entsteht, die Dachkonstruktion wird schwach. Die Versicherung zahlt nicht, wenn der Schaden durch Vernachlässigung entstanden ist. Und die Energiekosten steigen - denn ein feuchtes Dach isoliert schlecht. Ein Haus mit vermoostem Dach verliert bis zu 15 % mehr Wärme als ein gepflegtes.
Und dann kommt die große Rechnung: Eine komplette Dachsanierung kostet in Deutschland durchschnittlich 12.000-20.000 €. Die Dachreinigung, die Sie jetzt vermeiden könnten, kostet maximal 1.800 €.
Fazit: Pflegen ist billiger als sanieren
Ein Dach ist keine Investition, die man einmal macht und dann vergisst. Es ist ein lebendiges System - und wie jedes System braucht es Pflege. Regelmäßige Reinigung, richtig durchgeführt, verhindert Schäden, spart Geld und erhält den Wert Ihres Hauses. Ob Sie nun eine chemische Behandlung, manuelle Reinigung oder die neue mikrobielle Methode wählen - Hauptsache, Sie tun etwas. Und zwar jetzt, nicht in fünf Jahren, wenn es zu spät ist.
Kann ich mein Dach mit einem Hochdruckreiniger selbst reinigen?
Nur, wenn Ihr Dach aus robustem Ton- oder Betondachstein besteht und der Druck unter 100 bar bleibt. Bei Schiefer, Holz oder Metall ist Hochdruckreinigung verboten - sie reißt Risse, zerbricht Platten und kann zu Undichtigkeiten führen. Laut Studien der TU München verursacht unsachgemäße Hochdruckreinigung bei Schieferdächern in 65 % der Fälle irreparable Schäden. Die meisten Selbstversuche enden mit Reparaturkosten von über 1.000 €.
Welche Reinigungsmethode ist am umweltfreundlichsten?
Die mikrobielle Reinigung ist die umweltfreundlichste Methode. Sie verwendet lebende Mikroorganismen, die Moos und Algen natürlicherweise abbauen - ohne Chemie, ohne Rückstände, ohne Gefahr für Pflanzen oder Grundwasser. Seit 2025 sind enzymatische Reiniger wie "Bio Clean Enzyme" verfügbar, die zu 99 % biologisch abbaubar sind. Im Vergleich dazu können chemische Mittel bis zu 48 Stunden im Dachmaterial verbleiben und bei Regen ins Grundwasser gelangen - was in 12 % der unsachgemäßen Anwendungen nachgewiesen wurde.
Wie oft sollte ich mein Dach reinigen lassen?
Mindestens alle drei bis fünf Jahre. In feuchten Regionen wie Freiburg, dem Schwarzwald oder am Bodensee ist eine jährliche Prüfung empfehlenswert. Wenn Sie Moos oder dunkle Flecken sehen, ist es Zeit zu handeln. Ein Dach, das nicht regelmäßig gereinigt wird, verliert bis zu 22 % seiner Lebensdauer - das ist laut Prof. Dr. Klaus Fischer (Hochschule München) vergleichbar mit einem Haushalt, der seine Heizung nie warten lässt.
Warum ist manuelle Reinigung bei historischen Dächern Pflicht?
Historische Dächer, besonders aus Naturschiefer, sind empfindlich und oft 100 Jahre alt oder älter. Hochdruck oder Chemie können die Oberfläche abtragen, Farbveränderungen verursachen oder die Struktur schwächen. Die Fachvereinigung Deutscher Dachdeckermeister (FDD) verbietet seit 2024 jegliche Hochdruckreinigung bei Schieferdächern. Manuelle Reinigung mit weichen Bürsten und Wasser ist die einzige Methode, die das Material nicht angreift - und die auch von Denkmalschutzbehörden gefordert wird.
Kann ich eine Dachreinigung mit der Hausversicherung abdecken?
Nein. Die Hausversicherung deckt nur Schäden, die durch äußere Einwirkungen wie Sturm, Hagel oder Blitzschlag entstehen. Nicht aber Schäden durch Pflegevergessenheit. Wenn Ihr Dach nach Jahren ohne Reinigung undicht wird, zahlt die Versicherung nichts. Sie zahlen selbst - und das kann bis zu 20.000 € kosten. Eine professionelle Dachreinigung dagegen kostet maximal 1.800 € - und verhindert den Schaden komplett.