Fußbodenheizung nachträglich installieren: Die besten Systeme und was wirklich auf Sie zukommt

Warum eine Fußbodenheizung nachträglich installieren?

Stellen Sie sich vor: Sie stehen morgens barfuß auf dem Boden - und er ist warm. Nicht nur angenehm, sondern auch effizient. Eine Fußbodenheizung gibt Wärme gleichmäßig ab, wie Sonnenlicht, und spart im Vergleich zu Heizkörpern bis zu 20 % Energie. Doch was, wenn Ihr Haus schon 40 Jahre alt ist und der Boden aus altem Fliesenestrich besteht? Können Sie trotzdem eine Fußbodenheizung nachrüsten? Ja - aber nicht mit jedem System. Die alte Methode mit Nassestrich, die bis zu 10 cm Höhe verschlingt, ist heute meist keine Option mehr. Sie würden Türen anpassen, Treppenstufen neu bauen und Ihre Wohnung monatelang nicht nutzen. Das ist kein Sanieren mehr - das ist ein Umzug.

Die moderne Lösung ist dünn, schnell und leicht. Seit 2020 haben sich Trockensysteme durchgesetzt. Sie verlegen sich wie Parkett auf den alten Boden - ohne Herausstemmen, ohne Staub, ohne Wochen Wartezeit. In Freiburg, wo viele Altbauten aus den 1950er Jahren stammen, haben 68 % der Handwerksbetriebe im Jahr 2025 ihre Nachrüstungsangebote auf diese Systeme umgestellt. Warum? Weil sie funktionieren.

Welche Systeme gibt es - und was passt zu Ihrem Haus?

Nicht alle Fußbodenheizungen sind gleich. Es gibt drei Haupttypen für die Nachrüstung: Trockensysteme, elektrische Lösungen und spezielle Frässysteme. Jedes hat seine Stärken - und seine Grenzen.

Trockensysteme sind die Standardlösung für komplette Sanierungen. Sie bestehen aus dünnen Gipsfaserplatten (18 mm) mit eingearbeiteten Noppen, auf denen das Heizrohr verlegt wird. Darüber kommt eine weitere Platte als Träger für den Bodenbelag. Das Gesamtprofil? Nur 20 mm. Das ist weniger als ein dicker Teppichboden. Die Platten wiegen nur 24,5 kg pro Quadratmeter - ideal für Holzbalkendecken, die oft nicht mehr viel Last tragen können. Systeme wie das VarioKomp von Variotherm werden von Handwerkern als „Ein-Mann-Installation“ bezeichnet. Sie brauchen kein Spezialwerkzeug, kein Nassarbeiten, kein Trocknen. Nach 24 Stunden können Sie den Boden belagern. Das spart Zeit, Geld und Nerven.

Elektrische Fußbodenheizungen sind die einfachste Variante für kleine Flächen. Sie bestehen aus Heizmatten oder Folien, die direkt unter Fliesen, Stein oder Laminat verlegt werden. Perfekt für Badezimmer, Küchen oder Einzelzimmer. Der Vorteil: Keine Rohre, keine Pumpe, kein Hydrauliksystem. Sie schließen einfach an die Steckdose an. Aber: Die Betriebskosten sind hoch. Strom kostet dreimal mehr als Gas. In einem ungedämmten Altbau mit 20 m² Bad kann die Heizung im Winter leicht 100 € pro Monat kosten. Das lohnt sich nur, wenn Sie den Raum nur kurz nutzen oder als Ergänzung zur Hauptheizung.

Frässysteme wie von Schütz Energy sind die technische Spitze. Sie fräsen die Heizrohre direkt in den bestehenden Estrich ein - und haben dabei 0 mm Aufbauhöhe. Keine Türschwelle, kein Treppenstufenproblem. Aber: Das ist kein DIY-Projekt. Sie brauchen einen Spezialisten mit teuren Fräsmaschinen und exakter Planung. Die Kosten liegen bei 2-3× höher als bei Trockensystemen. Sinnvoll nur bei Denkmalgeschützten Häusern, wo jede Millimeter zählt.

Aufbauhöhe - der entscheidende Faktor

Wenn Sie eine Fußbodenheizung nachträglich einbauen, ist die Aufbauhöhe der wichtigste Punkt. Kein anderer Faktor führt so oft zu teuren Überraschungen.

Ein klassisches Nasssystem mit Zementestrich braucht 7-10 cm. Das bedeutet: Türen müssen abgesägt werden, Treppenstufen neu gebaut, Fußleisten angepasst. In einem Altbau mit niedrigen Decken kann das bedeuten, dass Sie in der Küche nicht mehr aufrecht stehen können. Oder die Badtür nicht mehr schließt. Solche Fehler passieren oft, weil Bauherren die Höhe nicht messen - oder sich von Handwerkern falsch beraten lassen.

Ein modernes Trockensystem wie VarioKomp hat eine Aufbauhöhe von 20 mm. Das ist weniger als die Dicke eines Handy-Covers. Selbst bei 30 mm Gesamthöhe (inklusive Bodenbelag) bleibt genug Spielraum. In vielen Fällen müssen Sie nur die Türschwelle anpassen - ein einfacher Handgriff für einen Tischler. Die meisten Türen haben 15-20 mm Spielraum unter dem Rahmen. Das reicht aus.

Prüfen Sie vorher: Messen Sie die Höhe von Türschwelle bis Unterkante der Tür. Wenn weniger als 15 mm übrig sind, wird es knapp. Dann wählen Sie ein System mit maximal 15 mm Aufbauhöhe - oder planen eine Türanpassung ein. Das kostet 50-100 € pro Tür, aber viel weniger als eine falsche Entscheidung.

Querschnittsvergleich dreier Fußbodenheizungssysteme: Trocken, Fräsen und elektrisch, mit Dickenangaben und Wärmefluss.

Was Sie vor der Installation wissen müssen

Ein Trockensystem ist nicht „einfach einlegen“. Es braucht Vorbereitung. Und zwar richtig.

Der Untergrund muss trocken, eben und tragfähig sein. Das ist die Grundregel. Ein feuchter Estrich führt zu Schimmel unter der Heizung. Ein unebener Boden lässt die Platten knicken - und das Rohr reißt. In 30 % der Fälle, die Handwerker in Freiburg berichten, ist der alte Boden so schlecht, dass erst ein Ausgleich nötig ist. Das kostet extra: 10-20 € pro m² für selbstnivellierende Masse. Das ist kein Luxus - das ist Pflicht.

Prüfen Sie auch die Tragfähigkeit. Altbauten mit Holzbalkendecken haben oft eine maximale Belastung von 150-200 kg/m². Ein Trockensystem wiegt 24,5 kg/m² - das ist in Ordnung. Aber wenn Sie noch eine schwere Fliese drauflegen, kommt das dazu. Ein Steinbelag wie Marmor wiegt 30-40 kg/m². Zusammen mit der Heizung: 60-70 kg/m². Das ist meist noch akzeptabel. Aber wenn Sie einen dicken Naturstein mit 80 kg/m² wählen - und der Boden ist schon 60 Jahre alt - dann brauchen Sie einen Statiker. Nicht, weil es gefährlich ist. Sondern weil Sie später keine Garantie mehr bekommen.

Und: Der Bodenbelag muss fußbodenheizungstauglich sein. Das steht auf der Verpackung. Teppichboden mit dicker Unterlage? Schlecht. Er dämmt die Wärme ein. Keramik, Stein, Laminat mit Wärmeleitschicht? Perfekt. Laminat mit einer Wärmeleitfähigkeit von mehr als 0,15 W/(m·K) ist ideal. Die meisten Hersteller geben das an. Lesen Sie die Angaben. Nicht nur die Werbung.

Die Installation - was passiert wirklich?

Die Montage eines Trockensystems ist schnell - aber nicht einfach. Hier der Ablauf, wie er in der Praxis läuft:

  1. Alten Boden abnehmen (Fliesen, Laminat, Parkett). Nur der Estrich bleibt.
  2. Untergrund prüfen: trocken? eben? fest? Falls nicht: Ausgleichsschicht auftragen.
  3. Trockenplatten verlegen. Sie werden nicht geklebt - sondern verschraubt oder verklebt mit speziellem Kleber.
  4. Wärmeleitbleche einlegen. Die haben Noppen, in die das Rohr passt.
  5. Heizrohr (meist Alu-Mehrschicht-Verbundrohr) in die Noppen stecken. Der Abstand zwischen den Rohren ist entscheidend: 10-20 cm, je nach Wärmebedarf.
  6. Zweite Platte auflegen - als Träger für den Bodenbelag.
  7. Heizkreis an die Heizungsanlage anschließen. Dafür brauchen Sie einen Fachmann.
  8. Bodenbelag verlegen - nach 24 Stunden.

Die gesamte Installation für ein 50 m² Wohnzimmer dauert bei einem erfahrenen Team 2-3 Tage. Keine Woche. Kein Staub. Kein Geruch. Das ist der Vorteil von heute.

Barfuß auf warmem Holzboden in einem sonnigen deutschen Wohnzimmer, sanfte Wärme steigt auf, smartes Thermostat im Hintergrund.

Was kostet eine nachträgliche Fußbodenheizung?

Die Kosten liegen zwischen 80 und 180 € pro Quadratmeter - inklusive Material, Montage und Anschluss. Was unterscheidet die Preise?

  • 80-110 €/m²: Einfaches Trockensystem mit Standardrohr, ohne Smart-Home-Integration. Ideal für Standard-Altbauten.
  • 120-150 €/m²: System mit dickerer Wärmedämmung, besseren Rohren, Pumpenmikrostation für individuelle Raumtemperaturregelung.
  • 160-180 €/m²: Premium-System mit digitaler Planung, Wärmeleitblechen aus Kupfer, Anschluss an Wärmepumpe, Smart-Thermostate.

Ein elektrisches System kostet 50-70 €/m² - aber die Betriebskosten sind höher. Rechnen Sie 5-10 Jahre Lebensdauer ein. Eine Warmwasser-Fußbodenheizung hält 30-40 Jahre.

Wichtig: Komplettsysteme sind günstiger. Wenn Sie alle Teile von einem Hersteller kaufen - Platten, Rohre, Verbindungen, Steuerung - sparen Sie bis zu 15 % an Material und Zeit. Die Installation wird schneller, die Garantie ist einfacher. Ein Handwerker, der ein System von Variotherm oder Selfio verlegt, weiß genau, wie es passt. Das reduziert Fehler.

Was Sie nach der Installation tun müssen

Nach der Installation kommt die Inbetriebnahme. Und das ist entscheidend.

Die erste Heizperiode muss langsam erfolgen. Die ersten 3-5 Tage nur 18-20 °C. Dann pro Tag 1-2 °C hochfahren. Warum? Weil die Platten und der Bodenbelag sich ausdehnen. Wenn Sie sofort auf 24 °C stellen, kann sich der Belag verziehen - oder die Fugen reißen. Das ist kein Mythos. Das passiert. Und die Garantie ist dann weg.

Installieren Sie Raumthermostate. Nicht nur eines für die ganze Wohnung. Jeder Raum braucht sein eigenes. Moderne Systeme wie die PumpenMikrostation von Variotherm erlauben das. Sie können im Bad 22 °C haben, im Schlafzimmer 18 °C - und sparen so Energie. Das ist nicht nur bequem. Es ist effizient.

Und: Lassen Sie die Heizung im Winter nicht abstellen. Selbst wenn Sie weg sind. 16 °C reichen. Sonst kühlt der Boden komplett aus - und der nächste Aufheizen braucht Tage. Die Wärme speichert sich im Boden. Das ist der Vorteil der Flächenheizung.

Die Zukunft: Dünner, smarter, grüner

Die Entwicklung geht klar in eine Richtung: dünner, smarter, grüner. Die neuesten Systeme von 2025 haben eine Aufbauhöhe von nur 16 mm. Die Rohre sind noch flexibler. Die Steuerung ist per App. Und sie verbinden sich mit Wärmepumpen - die ideal für Fußbodenheizungen sind, weil sie mit niedrigen Temperaturen arbeiten.

Ein Haus mit Fußbodenheizung und Wärmepumpe verbraucht 40 % weniger Energie als ein Haus mit Heizkörpern und Gasheizung. Das ist der Weg der Zukunft. Und die Förderung? Die KfW zahlt bis zu 30 % der Kosten für die Sanierung - wenn Sie die Heizung mit Dämmung kombinieren. Das ist kein Bonus. Das ist eine Notwendigkeit.

Die Kritik bleibt: Falsch installiert, ist eine Fußbodenheizung eine teure Fehlinvestition. Zu hohe Rohrabstände? Wärme bleibt unten. Falscher Bodenbelag? Wärme bleibt im Boden. Schlechter Anschluss? Die Pumpe stirbt nach zwei Jahren.

Deshalb: Wählen Sie einen Handwerker, der schon mindestens 20 solcher Systeme verlegt hat. Fragen Sie nach Referenzen. Schauen Sie sich an, wo er zuletzt gearbeitet hat. Und lassen Sie sich nicht von dem billigen Angebot locken. Eine Fußbodenheizung ist kein Möbel. Sie bleibt 30 Jahre. Machen Sie es richtig - oder lassen Sie es.