Wenn du in einem älteren Haus wohnst und plötzlich rostiges Wasser aus dem Hahn kommt oder der Druck im Bad schwach wird, dann ist es nicht nur ärgerlich - es ist ein Warnsignal. Viele Hausbesitzer ignorieren diese Anzeichen, bis es zu einem richtigen Wasserschaden kommt. Und dann kostet das nicht nur Nerven, sondern bis zu 25.000 Euro. Die gute Nachricht: Eine rechtzeitige Sanierung der Wasserleitungen verhindert das. Die schlechte Nachricht: Die Kosten sind nicht einfach zu kalkulieren. Wer glaubt, er könne mit 5.000 Euro davonkommen, riskiert eine böse Überraschung. Hier erfährst du, wie du dein Budget realistisch planst - und was wirklich in deiner Rechnung stehen muss.
Wie viel kostet eine Wasserleitungssanierung wirklich?
Die Preisspanne ist riesig: zwischen 5.000 und 20.000 Euro für ein Einfamilienhaus. Das klingt nach einem riesigen Spielraum - und das ist es auch. Der Grund: Es gibt keine Standardrechnung. Die Kosten hängen von vier Dingen ab: Material, Zugänglichkeit, Sanierungsmethode und ob du nur reparierst oder komplett erneuerst.
Wenn du neue Rohre verlegst, hast du die Wahl zwischen Kunststoff (PE, PVC), Kupfer oder Edelstahl. Kunststoff ist die günstigste Option: 5 bis 15 Euro pro Meter Rohr. Kupfer kostet doppelt so viel - 8 bis 25 Euro pro Meter. Edelstahl ist zwar am teuersten (20 bis 50 Euro pro Meter), aber auch am langlebigsten und hygienischsten. Wer heute baut, entscheidet sich oft für Kunststoff. Nicht nur, weil es billiger ist, sondern weil es nicht rostet. In einem 120 Quadratmeter großen Haus rechnen Installateure mit 40 bis 70 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Das ergibt bei 120 qm zwischen 4.800 und 8.400 Euro. Aber Achtung: Das ist nur die Grundlage.
Was macht die Kosten noch teurer?
Die Rohre selbst sind nur ein Teil der Geschichte. Die eigentlichen Kosten kommen durch die Arbeit und die Folgeschäden. Wenn du die Leitungen in der Wand verlegst (Unterputz), kostet das 30 bis 80 Euro pro laufendem Meter. Dazu kommen noch die Kosten für das Wiederherstellen der Wand: Putzen, Tapezieren, Streichen. Das kann leicht 2.000 bis 5.000 Euro zusätzlich kosten. Bei Aufputz-Verlegung (Rohre an der Wand) sparst du das, aber die Rohre sind sichtbar - das gefällt vielen nicht.
Und dann gibt es noch die Demontage. Alte Leitungen zu entfernen kostet 5 bis 20 Euro pro Meter. Aber viele Firmen lassen die alten Rohre einfach in der Wand - das spart Zeit und Geld, aber es ist kein sauberer Job. Wenn später mal wieder etwas kaputt geht, weiß niemand mehr, wo was verläuft. Das ist ein Risiko, das du nicht ignorieren solltest.
Ein weiterer Kostentreiber: die Zugänglichkeit. Wenn deine Wasserleitungen hinter einer festen Wand, unter dem Kellerboden oder durch eine dicht bebaute Decke laufen, steigen die Kosten um bis zu 40%. Warum? Weil der Installateur mehr Zeit braucht, mehr Equipment braucht und oft mehr Personal benötigt. In einem 80 Jahre alten Haus mit steinernen Wänden und engen Zwischenräumen kannst du leicht 30% mehr zahlen als in einem modernen Neubau.
Was kostet eine Schlauchlinersanierung?
Es gibt eine Alternative zum Totalaustausch: die Schlauchlinersanierung. Dabei wird ein flexibler Kunststoffschlauch in die bestehende Leitung eingezogen und mit Harz getränkt. Nach dem Aushärten entsteht ein neues Rohr innerhalb des alten. Kein Bohren, kein Zerstören der Wände. Die Kosten liegen bei 40 bis 70 Euro pro laufendem Meter - also etwa halb so viel wie bei einer kompletten Erneuerung. Verfahren wie RISAN, ANROSAN oder Aqua-Protect sind zertifiziert und werden von vielen Versicherungen anerkannt. Sie eignen sich besonders gut für Leitungen, die nicht leicht zugänglich sind - wie in Mietshäusern oder historischen Gebäuden.
Diese Methode ist nicht für alle Fälle geeignet. Wenn die alten Rohre komplett zerfallen sind oder stark verformt, hilft der Schlauch nicht mehr. Dann musst du doch sanieren. Aber wenn die Struktur noch halbwegs intakt ist, sparst du mit dieser Methode nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Die Arbeiten dauern oft nur ein bis zwei Tage, statt mehrerer Wochen.
Die Kostenstruktur im Detail: Was ist wirklich drin?
Ein Angebot von 7.000 Euro klingt attraktiv - bis du die Rechnung bekommst. In 68% der Fälle, so ergab eine Umfrage von BauCheck.de, liegen die tatsächlichen Kosten mindestens 20% über dem Angebot. Warum? Weil viele Firmen nur die Grundarbeiten nennen. Was fehlt? Alles, was nicht sichtbar ist.
- Demontage alter Leitungen: 5-20 €/lfm
- Entsorgung: oft nicht inklusive
- Wiederherstellung der Wände: 50-120 €/m²
- Anfahrtspauschale: 30-60 €
- Arbeitsstunden: 50-80 €/h
- Prüfung nach DVGW: 150-300 €
- Umschließung von Heizungsrohren: wenn sie im Weg sind
Ein Beispiel: Du bekommst ein Angebot von 8.000 Euro für die komplette Sanierung. Aber das enthält nur die Rohre und die Verlegung. Die Wände werden nicht wiederhergestellt. Die alte Leitung bleibt in der Wand. Die Prüfung nach Trinkwasserverordnung ist nicht dabei. Plötzlich steigt die Rechnung auf 12.000 Euro. Das ist kein Betrug - das ist Standard. Deshalb musst du immer nachfragen: Was ist inklusive? Was ist exklusive?
Wann ist die beste Zeit für eine Sanierung?
Die meisten Hausbesitzer warten, bis es regnet und die Decke tropft. Das ist falsch. Die beste Zeit für eine Sanierung ist Frühjahr oder Herbst. Warum? Weil es weder zu kalt noch zu heiß ist. In der Winterzeit kann Wasser in den Rohren gefrieren - das führt zu neuen Schäden. Im Hochsommer arbeiten Handwerker langsamer, weil es zu heiß ist. Außerdem sind diese Zeiten weniger begehrt - das bedeutet: Du bekommst bessere Termine und oft günstigere Preise.
Experten raten dazu, die Sanierung in der Nebensaison zu planen. Von November bis Februar sind viele Installateure weniger ausgelastet. Da kannst du leicht 10-15% Rabatt aushandeln. Ein weiterer Tipp: Wenn du die Sanierung mit einer Badsanierung kombinierst, sparst du noch mehr. Die Kosten für ein neues Bad liegen bei etwa 8.000 Euro - und wenn du dabei die Leitungen erneuerst, zahlst du nicht doppelt für die Arbeit.
Wie du Geld sparst - ohne Qualität zu opfern
Es gibt drei Geheimnisse, die tausende Euro sparen können.
- Vergleiche mindestens fünf Angebote. Eine Studie von Berufexperten.de zeigt: Wer fünf Angebote einholt, spart im Durchschnitt 4.200 Euro pro Projekt. Nicht weil die billigsten die besten sind - sondern weil du so erkennst, was normal ist.
- Sanier in der Nebensaison. Wie oben gesagt: November bis Februar. Die Termine sind flexibler, die Preise niedriger.
- Sanier schrittweise - aber gezielt. Du brauchst nicht alles auf einmal. Wenn die Küche in Ordnung ist, aber das Bad und der Keller undicht sind, fang dort an. Die kritischen Bereiche zuerst: wo das Wasser austritt, wo der Druck schwach ist, wo sich Rost bildet. So verteilst du die Kosten über Jahre - und vermeidest eine große Belastung auf einmal.
Ein echter Fall aus Wien: Ein Hausbesitzer wollte 7.000 Euro ausgeben. Er begann mit dem Keller. Dabei stellte sich heraus, dass die Wandstruktur durch Feuchtigkeit beschädigt war. Die Kosten stiegen auf 12.500 Euro. Aber er hätte das Risiko minimieren können, wenn er vorher ein 3D-Scanning machen ließ. Heute nutzen viele Firmen digitale Scans, um die Rohrverläufe zu kartieren - das reduziert Überraschungen um bis zu 25%. Frag danach.
Was passiert, wenn du nichts tust?
Die Trinkwasserverordnung verschärft sich. Ab 2026 müssen alle Leitungen aus materialien bestehen, die keine Schadstoffe abgeben. Kupferrohre mit Bleilötungen sind ab 2027 nicht mehr erlaubt. Wenn du jetzt nicht sanierst, wirst du später gezwungen - und dann ist es teurer. Außerdem: Jedes Jahr, das du wartest, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Wasserschadens. Und der kostet nicht nur Geld - er kostet auch Zeit, Stress und manchmal sogar deine Wohnung.
Die Folgekosten sind real: 25.000 Euro für einen großen Wasserschaden sind kein Einzelfall. Das ist nicht nur der Schaden an der Wand - das ist der verlorene Bodenbelag, die zerstörte Einrichtung, die Mietminderung, die Versicherungsdifferenz. Und das alles, wenn du nur 10.000 Euro in eine Sanierung investiert hättest.
Wie du sicher gehst: Der Check vor der Sanierung
Bevor du einen Vertrag unterschreibst, stelle diese Fragen:
- Welches Material wird verwendet? (Kunststoff? Kupfer? Edelstahl?)
- Wird die alte Leitung entfernt oder bleibt sie in der Wand?
- Wer macht die DVGW-Prüfung? Ist das im Preis enthalten?
- Wie lange dauert die Arbeit? Was passiert bei Verzögerungen?
- Wie ist die Gewährleistung? Mindestens zwei Jahre, besser fünf.
- Enthält das Angebot die Wiederherstellung der Wände?
- Wird ein 3D-Scan gemacht? Kann ich den Verlauf der Rohre sehen?
Und: Lass dir einen detaillierten Kostenplan schreiben - nicht nur eine Summe. Jede Position muss einzeln aufgeführt sein. Wenn du das nicht bekommst, geh zu einem anderen Anbieter.
Wie lange dauert eine Sanierung?
Ein Einfamilienhaus braucht im Durchschnitt 2 bis 4 Wochen. Wenn du die Wände wiederherstellen musst, kommen noch 1-2 Wochen dazu. Bei komplexen Fällen - wie in Altbauten mit mehreren Etagen und engen Räumen - kann es bis zu 8 Wochen dauern. Plan das ein. Du wirst nicht immer duschen können. Du wirst keinen warmen Wasser haben. Einige Firmen bieten Temporärleitungen an - frag danach. Das ist ein Service, den viele nicht anbieten, aber der dir viel Stress erspart.
Die langfristige Rechnung: Warum du jetzt handeln solltest
Die Kosten steigen. Jedes Jahr um 8,5%. Bis Ende 2026 wird ein weiterer Anstieg von 6-10% erwartet. Die Materialien werden teurer, die Arbeitskräfte knapper, die Vorschriften strenger. Wer jetzt sanieren lässt, zahlt heute - und spart morgen. Nicht nur Geld, sondern auch Stress. Und du erhöhst den Wert deiner Immobilie. Eine moderne Wasserleitung ist heute ein Verkaufsargument - genauso wie eine neue Heizung.
Die beste Entscheidung ist nicht die billigste. Die beste Entscheidung ist die, die dich in 10 Jahren nicht wieder zurückbringt. Eine Sanierung ist keine Ausgabe - sie ist eine Investition. In deine Gesundheit, in deine Sicherheit, in deinen Komfort. Und in deinen Geldbeutel.
Wie viel kostet eine Wasserleitungssanierung im Durchschnitt?
Die durchschnittlichen Kosten für eine komplette Sanierung in einem Einfamilienhaus liegen zwischen 8.000 und 15.000 Euro. Das hängt vom Material, der Zugänglichkeit der Leitungen und der Methode ab. Kunststoffrohre sind günstiger als Kupfer, Schlauchlinersanierungen sparen bis zu 50% gegenüber Totalaustausch. Wer nur einzelne Abschnitte erneuert, zahlt zwischen 3.000 und 7.000 Euro.
Sind Kunststoffrohre sicher für Trinkwasser?
Ja, moderne Kunststoffrohre aus PE oder PEX sind nach DVGW-Standards zertifiziert und sicher für Trinkwasser. Sie verhindern Korrosion, sind widerstandsfähiger gegen Frost und haben keine Bleilötungen wie alte Kupferrohre. Viele Hausbesitzer wechseln heute bewusst von Kupfer zu Kunststoff, weil sie langlebiger und preiswerter sind.
Was sind die Warnsignale für eine dringende Sanierung?
Vier klare Anzeichen: verfärbtes Wasser (rostbraun oder grünlich), niedriger Wasserdruck, rostige Ablagerungen in Armaturen und unerklärliche Feuchtigkeitsflecken an Wänden oder Decken. Wenn du eines davon siehst, solltest du innerhalb von 6 Monaten prüfen lassen. Bei zwei oder mehr Signalen ist eine Sanierung dringend nötig - sonst drohen Wasserschäden mit bis zu 25.000 Euro Folgekosten.
Kann ich Wasserleitungen selbst sanieren?
Technisch möglich - aber riskant. Selbst montierte Leitungen haben keine Gewährleistung. Wenn etwas schiefgeht, zahlt deine Versicherung nicht. Außerdem ist die Anschlussprüfung nach DVGW nur von zugelassenen Installateuren erlaubt. Du sparst vielleicht 2.000 Euro, riskierst aber 15.000 Euro Schaden. Es lohnt sich nicht.
Wie lange halten neue Wasserleitungen?
Kunststoffrohre halten mindestens 50 Jahre, oft länger. Edelstahlrohre können über 100 Jahre halten. Kupferrohre haben eine Lebensdauer von 40-70 Jahren, aber sie korrodieren schneller, besonders bei hartem Wasser. Die Schlauchlinersanierung hat eine Lebensdauer von 50-75 Jahren - ähnlich wie ein neues Rohr. Die Lebensdauer hängt auch von der Wasserqualität ab: Hartes Wasser oder hohe Temperaturen verkürzen die Haltbarkeit.