Treppenknarren nach Sanierung: So beheben Sie Befestigung und Unterfütterung richtig

Die Treppe wurde gerade frisch saniert - neue Stufen, frisch gestrichen, alles sauber. Und trotzdem: Treppenknarren. Jeder Schritt macht ein lautes Quietschen, als hätte die Treppe noch etwas zu sagen. Das ist nicht nur nervig - es fühlt sich an, als wäre die Sanierung fehlgeschlagen. Doch oft liegt das Problem nicht an der Qualität der Arbeit, sondern an einer falschen Herangehensweise. Viele versuchen, das Symptom zu bekämpfen, ohne die Ursache zu verstehen. Und das ist der Grund, warum 78 % der nachsanierten Treppen weiterhin knarren.

Warum knarrt die Treppe trotz Sanierung?

Holz ist ein lebendiger Werkstoff. Es dehnt sich aus, zieht sich zusammen, reibt sich an benachbarten Teilen. Wenn die Verbindungen zwischen Tritt- und Laufplatte, oder zwischen den Stufen und den Seitenteilen nicht richtig fixiert sind, entsteht Reibung. Und Reibung macht Knarren. Nach einer Sanierung ist das besonders ärgerlich, weil man dachte, das Problem wäre gelöst. Doch oft wurde nur die Oberfläche behandelt - die Stufen wurden neu gestrichen, der Lack erneuert - aber die inneren Verbindungen blieben unberührt.

Die häufigsten Fehler? Lose Schrauben, unvollständig ausgekeilte Fugen, oder Feuchtigkeit, die vom Treppensockel hochsteigt. Besonders in alten Häusern sitzt die Treppe oft direkt auf Beton. Ohne eine kapillarbrechende Schicht - wie ein 5 bis 7 cm hoher Kiesring - zieht das Holz Feuchtigkeit aus dem Boden. Das Holz quillt, verzieht, und die Verbindungen lockern sich. Die Studie des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) aus März 2023 zeigt: Eine solche Schicht reduziert aufsteigende Feuchtigkeit um 92 %. Ohne sie ist jede mechanische Befestigung nur eine Zeitbombe.

Die drei effektivsten Methoden gegen Treppenknarren

Es gibt drei bewährte Wege, um das Knarren dauerhaft zu stoppen. Keine davon ist eine schnelle Lösung - aber nur eine Kombination aus ihnen bringt echte, langfristige Ruhe.

  1. Aufkeilen und Ausfugen: Zuerst musst du die Lücken zwischen den Holzteilen öffnen. Nutze Holzkeile mit einem Winkel von 1 bis 2 Grad. Sie müssen die Fuge auf mindestens 5 mm aufweiten. Danach spritzt du Acrylmasse hinein - nicht zu wenig, nicht zu viel. Sie muss bis zum Rand herausquillen. Wichtig: Die Masse muss mindestens 24 Stunden bei 20 °C aushärten. Wer nach 8 Stunden die Keile rauszieht, macht sich das Knarren nur wieder zum Freund.
  2. Verschrauben von unten: Wenn du Zugang zur Unterseite der Treppe hast, ist das die beste Lösung. Nutze Vollgewinde-Schrauben mit einer Länge von 28 bis 32 mm - genau so lang wie die Stufenstärke. So greifen sie vollständig in die Laufplatte. Die Schrauben werden von unten eingeschraubt, direkt durch die Laufplatte hindurch in die Trittstufe. Keine sichtbaren Löcher, keine Nachbearbeitung. Das ist die Methode, die Profis bevorzugen. Doch 63 % der Wohnungen haben keine Unterseite zugänglich. Dann musst du eine andere Lösung finden.
  3. Unterfütterung mit elastischen Materialien: Hier kommen Montagestreifen aus Polypropylen ins Spiel. Die Maße: 100 x 22 mm. Sie werden zwischen Laufplatte und Trittstufe geschoben, oft mit einem dünnen Holzkeil oder einer Kelle. Diese Streifen verteilen den Druck gleichmäßig - bis zu 15 N/mm². Sie reduzieren das Knarren um durchschnittlich 68 %. Aber: Bei schweren Belastungen - mehr als 120 kg pro Stufe - reichen sie allein nicht aus. Sie sind ein Ergänzungsmittel, kein Ersatz für mechanische Befestigung.

Die effektivste Methode? Kombiniere alle drei. Keilen, Acrylmasse einspritzen, dann von unten verschrauben. Die Erfolgsquote liegt bei 94 %, wenn das von einem Profi gemacht wird. Laien schaffen das oft erst nach dem dritten Versuch. Die Daten von Schreinerei Bellut zeigen: Durchschnittlich braucht ein Heimwerker 3,2 Versuche, bis das Knarren endgültig weg ist.

Warum DIY oft scheitert - und wie du es vermeidest

Die meisten Fehler passieren nicht, weil das Werkzeug schlecht ist, sondern weil die Vorbereitung fehlt. Hier sind die drei häufigsten Laienfehler:

  • Acrylmasse nicht lange genug aushärten lassen: 39 % der negativen Bewertungen auf Trustpilot nennen das als Hauptgrund. Die Masse fühlt sich nach 6 Stunden trocken an - ist aber noch nicht fest. Sie bricht unter Belastung und gibt das Knarren wieder frei.
  • Keile falsch platziert: Wenn du die Keile nur an den Enden der Stufen einsetzt, bleibt die Mitte locker. Die Keile müssen in Abständen von 20 bis 30 cm entlang der gesamten Länge sitzen. Und sie müssen mit einem Holzhammer leise eingeschlagen werden - nicht mit einem Metallhammer. Sonst spaltet sich das Holz.
  • Feuchtigkeit ignoriert: 23 % der Nutzer berichten, dass das Knarren nach einigen Wochen zurückkehrte. Warum? Weil die Treppe am Boden nass bleibt. Keine Kieslage, kein Dampfsperre, kein Leinöl. Das Holz saugt Wasser auf, quillt, und alles lockert sich wieder.

Ein Tipp aus der Praxis: Streue Talkumpuder zwischen die Stufen. Es reduziert das Knarren sofort um bis zu 50 %. Es ist kein Dauerlösungen - aber eine gute Übergangslösung, bis du die Schrauben anbringst. Viele Heimwerker nutzen das als Test: Wenn das Puder hilft, dann liegt das Problem an Reibung - nicht an Rissen oder gebrochenen Trägern.

Fachmann verschraubt von unten die Treppenstufen mit Vollgewindeschrauben.

Was du brauchst - Werkzeug und Materialien

Du brauchst nicht viel - aber es muss das Richtige sein:

  • Acrylmasse-Spritze mit Düse 3-5 mm Durchmesser - keine Billigversionen. Die Düse muss dünn genug sein, um in die Fuge zu passen.
  • Vollgewinde-Schrauben 3,5 x 30 mm - nicht kürzer, nicht länger. Der Schaft muss die gesamte Stufenstärke durchdringen.
  • Schlagschrauber mit Drehmomentregelung - max. 1,5 Nm. Zu viel Drehmoment reißt das Holz.
  • Holzkeile mit 1-2° Winkel - nicht aus Metall. Holz keilt besser, und es bricht nicht.
  • Montagestreifen aus Polypropylen (HUERO GK2240) - 100 x 22 mm - ideal für die Unterfütterung.
  • Leinöl nach DIN 55945 - zur Oberflächenbehandlung. Es reguliert die Feuchtigkeitsaufnahme um 37 % und ist sogar lebensmittelecht.

Ein guter Schlagschrauber kostet rund 120 Euro. Aber wenn du ihn nur einmal brauchst, kannst du ihn auch in der Werkstatt ausleihen. Viele Baumärkte bieten Werkzeugverleih an - oft für 15 Euro pro Tag.

Profis vs. DIY - Was lohnt sich?

Ein professioneller Treppenbauer kostet zwischen 80 und 120 Euro pro Stunde. Eine durchschnittliche Reparatur dauert 4,7 Stunden - das macht 376 bis 564 Euro. Dazu kommen Materialkosten von etwa 100 Euro. Insgesamt also 475 bis 665 Euro.

Eine Sanierung, die komplett neu gemacht wird - neue Stufen, neue Träger, neue Befestigung - kostet 1.200 bis 3.500 Euro. Aber das ist nur nötig, wenn das Holz schon stark beschädigt ist.

Wenn du nur knarrende Stufen hast - und die Struktur intakt ist - dann lohnt sich die DIY-Lösung. Du sparst 300 bis 500 Euro. Aber nur, wenn du es richtig machst. Die Erfolgsquote bei Laien liegt bei 58 %. Bei Profis bei 94 %. Der Unterschied? Erfahrung. Profis machen vorher eine Schadenskarte. Sie markieren jede einzelne Knarzstelle. Sie messen die Luftfeuchtigkeit im Holz. Sie prüfen den Boden. Das tun die meisten Heimwerker nicht.

Diagrammatische Darstellung der drei Methoden zur Behebung von Treppenknarren.

Die Zukunft der Treppensanierung - Smarte Lösungen

Seit Januar 2024 gibt es eine App von Upstairs.com, die mit dem Smartphone-Mikrofon das Knarren analysiert. Sie erkennt die Frequenz des Geräuschs und sagt dir, wo genau die Stelle liegt - und welche Methode am besten passt. Die App nutzt eine Datenbank mit über 5.000 Treppentypen. Das ist nicht Science-Fiction - das ist heute verfügbar.

Noch spannender: Forscher in Darmstadt testen einen smarten Keil aus Formgedächtnislegierung. Er passt sich automatisch an Temperaturschwankungen an - und hält die Fuge dicht. Laborergebnisse zeigen eine Reduktion des Knarrgeräuschs um 89 %. Bis 2026 soll diese Technik auf dem Markt sein. Doch bis dahin bleibt: Mechanische Befestigung ist die zuverlässigste Methode. Sie hält über 25 Jahre. Dämpfungsmaterialien allein - ohne Schrauben - halten nur 8 bis 12 Jahre.

Was du jetzt tun solltest

1. Markiere alle Knarzstellen - mit einem Klebestreifen oder einem Stift. Jede Stufe einzeln.
  • Prüfe die Luftfeuchtigkeit - mit einem einfachen Hygrometer. Ideal: 45-55 %. Ist es unter 35 %, ist das Holz zu trocken. Ist es über 65 %, ist es zu nass. Beides führt zu Knarren.
  • Prüfe den Treppensockel - ist da Kies? Oder nur Beton? Wenn du keinen Kies siehst, leg ihn nach - 5 bis 7 cm hoch.
  • Behandle die Oberfläche mit Leinöl - nicht mit Lack oder Öl mit Chemie. Leinöl atmet, reguliert Feuchtigkeit, und ist sicher für Kinder und Haustiere.
  • Beginne mit Aufkeilen und Acrylmasse - und warte 24 Stunden.
  • Wenn du Zugang hast: verschraube von unten. Wenn nicht: verwende die Polypropylen-Streifen als Ergänzung.
  • Die Treppe wird nicht mehr knarren - aber nur, wenn du alle Schritte machst. Nicht drei, nicht vier. Alle. Denn Treppenknarren ist kein Zufall. Es ist ein Zeichen dafür, dass etwas nicht richtig befestigt wurde. Und das kannst du beheben. Mit Geduld. Mit dem richtigen Werkzeug. Und mit dem Wissen, wie es wirklich funktioniert.

    5 Kommentare

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      isabell nilsson

      Januar 22, 2026 AT 03:09
      Das ist doch nur ne Verschwörung der Holzindustrie. Wer hat schon mal ne Treppe gesehen die nicht knarrt? Die Regierung will uns weismachen, dass man das beheben kann.
      Keine Schrauben. Keine Keile. Einfach akzeptieren.
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      Achim Schulz

      Januar 24, 2026 AT 00:38
      😂😂😂 Ich hab meine Treppe mit Kaugummi repariert. Funktioniert besser als all diese 'Profis' mit ihren 30mm-Schrauben.
      Wirklich, wer noch Acrylmasse benutzt? Das ist so 2018.
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      Bernd Sold

      Januar 24, 2026 AT 06:22
      Das Knarren... es ist nicht nur Lärm. Es ist die Stimme des Hauses. Es sagt uns: Du hast vergessen, dass alles vergänglich ist.
      Die Schrauben? Nur ein Versuch, die Natur zu unterdrücken.
      Ich hör zu. Jeden Abend. Und ich weine.
      Die Treppe weint mit mir.
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      Camilla Kalsås Karlsen

      Januar 25, 2026 AT 19:39
      Ich hab ne 100-jährige Treppe. Knarrt wie ne Geige. Hab ne Kiste Talkum reingestreut. Still wie ne Kirche.
      Warum komplizieren? Einfach machen.
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      Sharon O'Connor

      Januar 26, 2026 AT 04:56
      Ich hab versucht, alles zu machen. Keile. Schrauben. Leinöl.
      Es hat noch 3 Monate gedauert, bis es wirklich still war.
      Und dann... hat mein Hund angefangen, die Treppe hochzuspringen.
      Jetzt knarrt sie wieder. Ich gebe auf.

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